Freitag, 21. Dezember 2012

Zwischenmeldung

Hier befindet sich derzeit alles in Vorweihnachtsstimmung, auch wenn diese durch das warme Klima fuer mich ein wenig anders ausfaellt als sonst. Trotz der 2200 m Hoehe ist es hier in Senguio immer noch viel zu heiss (zumindest mittags), dass eine Hoffnung auf weisse Weihnacht bestuende. Den fehlenden Schnee versuchen man dafuer mit uebertrieben kitschigen Weihnachtsschmuck zu kompensieren.
In Mexiko veranstaltet man die letzten Tage vor Weihnachten die so genannten "Posadas", was so viel wie "Gasthaus" oder "Herberge" bedeutet. Bei dieser Veranstaltung wird die Herbergssuche von Maria und Josef nach gespielt, es gibt Suessigkeiten und Piñatas (auch mit Suessigkeiten gefuellte, bunt geschmueckte Tontoepfe, die mit einem Stab von einer Person die zerschlagen werden, die die Augen verbunden hat) fuer die Kinder beziehungsweise Punsch und Tamales (in Maisblaettern geduensteter Maisbrei) fuer die erwachsenen Besucher.
Heute Abend ist die Strasse meiner Familie an der Reihe...

Des weiteren: Die Bilder des Geburtstages meiner Gastschwester sind immer noch nicht da, Weihnachten sowie mein Urlaub stehen bevor (ueber diese Ereignisse werde ich dann in folgenden Eintraegen berichten) und es werden ordentlich die Ferien "befeiert"(z.B Foto unten).


Ich auf dem Jubilaeum der Mittelstufe. Im Hintergrund sieht man eine Auffuehrung traditioneller Taenze aus dem Norden des Landes

Samstag, 1. Dezember 2012

Zu Pferde durchs Vulkangestein

Obwohl dieser Ausflug schon ein paar Wochen her ist, möchte ich es dennoch nicht versäumen euch davon zu berichten. Mit zwei deutschen Freunden, die ebenfalls in einer mexikansichen Schule arbeiten, und zwei ihrer Kollegen begab ich mich auf den Weg den Paricutín, einen Vulkan in der Nähe der für ihren Avocadoanbau bekannten Stadt, Uruapan, zu besteigen.
Und als wenn das nicht genug an Abenteuer wäre entschieden wir uns dazu den Aufstieg jeweils auf dem Rücken eine Pferdes zu bestreiten. Dort liegt bekanntlich ja das Glück der Erde. Also beschritten wir blutige Anfänger des Reitsports unsere Reise von Angahuan aus zu Pferd. Ich, der vorher in seinem Leben erst einmal auf einem Pferd sahs und damals auch sofort wieder abgeschmissen wurde, fühlte mich zu Anfangs doch nicht allzu sicher ohne jegliche Vorkenntnisse durchs unwegsame Terrain zu reiten. Schnell fanden wir aber den Gefallen an der Sache und hinterließen im Galopp Wolken von Lavastaub und riskierten die Schmerzen am darauffolgendem Tag. 


Das letzt Stück des Aufstiegs mussten wir auf Grunde des starken Gefälles doch zu Fuß bewältigen. Und ihr könnt mir glauben, das ist in der mexikanischen Mittagshitze kein freudiges Unterfangen! Auf dem Weg zum Gipfel gab es noch die vom Ausbruch 1947 übriggebliebene Aktivität in Form von heißen, rauchenden Gesteins löchern zu bestaunen. Erschöpft oben angekommen, genossen wir, während einer verdienten Pause, erst einmal die Aussicht über die von erkaltetem Lavagestein bedeckte Landschaft und den Krater. Auf dem Rückweg genehmigten wir uns noch einen Abstecher zu dem Dorf  "San Juan Viejo", welches während des Ausbruches fast vollständig von Lava begraben wurden und besuchten die Kirche, das einzige Gebäude, das noch aus den Gesteinsbergen herausragt. Nach einem Bierchen und Quesadillas begaben wir uns auf den Heimritt bis wir reichlich erschöpft aber mit einigen Erfahrungen mehr wieder Angahuan ankamen.


Freiwilligendienst 2.0

Seit Donnerstag weiß ich nun, wo nach Senguio mein neuer Arbeitsplatz sein wird. Ich werde Weihnachten noch in meiner Familie verbringen. Danach geht es für mich in den Urlaub auf die Halbinsel Yucatán. Dort und auf den Weg dahin schaue ich mir die beeindruckenden Ruinen der Mayastädte, wunderschöne Strände und alte Kolonialstädte an. Bis ich dann Ende Januar meine Familie und Einsatzstelle wechseln werde.
Mein neues Heim wird Morelia, die Hauptstadt des Bundesstaates Michoacán, sein, in der ich derzeit schon den Großteil meiner Wochenenden verbringe. Arbeit finde ich in UVAQ, der "Universidad Vasco de Quiroga", einer nach Angaben eines mexikanischen Freunds sehr anerkannte Universtät, in der sich zurzeit ungefähr 1500 Studenten auf ihr Berufsleben vorbereiten. Meine Aufgaben werden voraussichtlich darin bestehen Deutsch und eventuell auch Englisch zu unterrichten. Außerdem soll ich Klassen eines interkulturellen Austauschs leiten, in dem ich  mit meinen Schülern über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mexiko und Europa sprechen werde. Darüber hinaus wird mir das Unileben höchstwahrscheinlich viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bieten. Genaueres zu meiner Unterbringung und meinem Arbeitsplatz wird sich hoffentlich in der nächsten Woche auf einem Zwischenseminar hier in Mexiko ergeben, welches von meiner mexikanischen Partnerorganisation veranstaltet wird und zur Aufarbeitung der hier gesammelten Erfahrungen dient.

http://3ercoloquiodoctoraluvaq.files.wordpress.com/2011/06/cropped-nuestra_universidad-2.jpg
Die Universität UVAQ
Da mein blog leider nicht so ausgeschmückt und umfangreich ist, wie ich es mir noch in Deutschalnd vorgestellt hatte, gebe ich hier den Link des Blogs eines anderen weltwaerts-Freiwilligen, Simon, an.
Simon und ich arbeiten seit Beginn meines Freiwilligenjahres im selben Projekt und werden dies auch noch bis Ende diesen Jahres tun. Zum Glück war Simon fleißiger als ich, weshalb sein Blog noch einige interessante Informationen und Bilder für euch bereithält.
Schaut einfach mal rein.

http://simoninmexiko.blogspot.de/